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Tiziano Scarpa

 

Kultur als Lebensmittel

Murer – Anatomie eines Prozesses (2018)
Regie: Christian Frosch

rose

https://www.filmladen.at/murer

Johannes Sachslehner. Rosen für den Mörder: Die zwei Leben des SS-Mannes Franz Murer (2017)

Textprobe: „Blick ins Buch“  Sehr erhellend: Herkunft und Werdegang . . .

Biografie: https://austria-forum.org/af/AustriaWiki/Franz_Murer

http://orf.at/diagonale18/stories/2429440/

https://www.profil.at/kultur/fall-murer-rosen-moerder-9444663

Interviews mit dem Regisseur, Christian Frosch

https://derstandard.at/2000075933753/
Regisseur-Christian-Frosch-Wenn-die-Justiz-nicht-funktionieren-soll

http://schaufenster.diepresse.com/home/
salon/portraet/5381239/Christian-Frosch_So-etwas-kann-man-sich-nicht-ausdenken

Wann haben Sie zum ersten Mal von Franz Murer gehört?
Christian Frosch: Das ist ungefähr sieben Jahre her. Ich war im Jüdischen Museum von Vilnius. In einer Schautafel zur Geschichte des städtischen Ghettos wurde er als Haupttäter während der Nazizeit genannt. Ich hatte noch nie von Murer gehört, das hat mich überrascht: In Litauen ist er berüchtigter als im eigenen Land. Dann habe ich zu recherchieren begonnen. . . .
Im Film sind am Tag des Freispruchs alle Grazer Blumenläden ausverkauft.
Das ist keine Drehbucherfindung. Murer kam wie ein Filmstar aus dem Gerichtsaal und wurde mit Blumensträußen überhäuft.

Auch wenn es weh tut: Wer Zusammenhänge und Kontinuitäten der  Geschichte der Zweiten
(+ Ersten) Republik Österreichs verstehen will, sollte sich diesem herausragenden Film mit dem Untertitel „Anatomie eines Prozesses“ stellen.

Sprache & Identität

nua ka schmoez ned how e xogt!
nua ka schmoez . .
aus:
h.c. artmann: med ana schwoazzn dintn. salzburg. 1958. s 7

Es tut keiner Muttersprache weh, wenn ihre Zufälligkeiten im Geschau anderer Sprachen sichtbar werden. Im Gegenteil, die eigene Sprache vor die Augen einer anderen zu halten, führt zu einem durch und durch beglaubigten Verhältnis, zu einer unangestrengten Liebe.
Herta Müller, Aus: Der König verneigt sich und tötet. Carl Hanser Verlag, München Wien   2003

Dafür entpuppten sich die Italiener aus dem italienischen Restaurant nebenan als Griechen. Nachdem sie den Laden übernommen hatten, waren sie zur Volkshochschule gegangen, um dort Italienisch zu lernen, erzählten sie mir . . .
Berlin ist eine geheimnisvolle Stadt . . .   Nichts ist hier echt, jeder ist er selbst und gleichzeitig ein anderer.
Wladimir Kaminer. Geschäftstarnungen   Aus: Russendisko, 1. Aufl. 2002. S. 97 ff