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Kultur als Lebensmittel

Aurore  (2017)  Regie: Blandine Lenoir

jaoui

Während  die englische Fassung als Filmtitel den Hair-Song »I Got Life!« wählt, versucht die deutsche Version mit »Madame Aurora und der Duft von Frühling« an die Erfolgsserie französischer Komödien anzuknüpfen. Der simple Vorname (aurora lat. Morgenröte) der Hauptfigur, dargestellt von der Ausnahmeschauspielerin und Drehbuchautorin Agnés  Jaoui, ist sicher die beste Wahl für diesen klugen, „leichtfüßigen“ und humorvollen Film. Eine Frau in den 50ern, voller Esprit und Lebenslust, in La Rochelle lebend, hat mit plötzlichen Hitzewallungen zu kämpfen. Menopause, erklärt ihr der Arzt. Von ihrem Mann, der mit einer jüngeren Frau wieder zwei Kinder hat, lebt sie getrennt. Ihre Töchter sind erwachsen, die eine eröffnet ihr, schwanger zu sein, die andere erlebt ihre erste Enttäuschung in Liebesangelegenheiten. Aurore kündigt, die Jobsuche erweist sich in ihrem Alter als schwierig. Eine große Stütze ist ihre lebenslustige Freundin Mano.
Zufällig begegnet sie ihrer Jugendliebe Christophe, einem Arzt.
Der Handlungsbogen spannt sich bis zum Tag der Entbindung.
Jede Episode birgt nachdenklich machende Wahrheiten. Abgefedert werden sie durch  facettenreiche Formen von Humor .
Drei Beispiele sollen der Veranschaulichung dienen:  1. Aurore und Christophe speisen in einem »gehobenen« Restaurant, das als Attraktion Arien schmetterndes Personal anbietet. Die beiden hätten sich viel zu sagen,  das Trinklied aus La Traviata zwingt sie, die Kommunikation mittels Mimik und Gestik fortzusetzen.
Während einer Busfahrt träumt  sich Aurore in deprimierter Stimmung in die Rolle einer singenden Kellnerin. Die Arie stammt aus der Oper Carmen und lautet Habanera, oder L'amour est un oiseau rebelle .
2. Nachdem Christophe ihr gestanden hat, dass er Angst vor einer weiteren Enttäuschung habe, tanzt Aurore in ihrer Wohnung zur Musik von »I ain't got no home, ain't got no shoes« in der Interpretation durch Nina Simone aus dem Jahr 1968. Offensichtlich wurde das Musical Hair in Frankreich von ihrer Generation so intensiv rezipiert, dass das fröhliche Tanzen mit ihren kleinen Töchtern als Erinnerung auftauchen kann:
Yeah, what have I got Nobody can take away? Got my hair, got my head Got my brains, got my ears . . .  
3. Aurore hat in einer Pension für Seniorinnen Arbeit gefunden. Alle Frauen begegnen ihr mit großer Wärme und Zuwendung. Eine Dame erzählt von einem ekstatischen Liebeserlebnis: Es liegt erst 3 Jahre zurück. Einmal lauschen alle einem Vortrag der bekannten Anthropologin und Feministin Françoise Héritier (gest. 2017) im Fernsehen.
Schließlich vollbringt eine seit der Jugend aufbewahrte Audiokassette die überraschende Wendung. . .

Trailer (deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=
8P27R0T39Do

https://www.epd-film.de/filmkritiken/madame-aurora-und-der-duft-von-fruehling

https://www.artechock.de/film/text/kritik/m/
maauun.htm

Gespräch über Inhalt und Arbeitsweise mit Blandine Lenoir:

https://www.youtube.com/watch?v=
1gx8djCJM2o

Lisa Simone (Tochter von Nina Simone) interpretiert I got Life!
https://www.youtube.com/watch?v=
5xbUx44mKpA


Sprache & Identität

nua ka schmoez ned how e xogt!
nua ka schmoez . .
aus:
h.c. artmann: med ana schwoazzn dintn. salzburg. 1958. s 7

Es tut keiner Muttersprache weh, wenn ihre Zufälligkeiten im Geschau anderer Sprachen sichtbar werden. Im Gegenteil, die eigene Sprache vor die Augen einer anderen zu halten, führt zu einem durch und durch beglaubigten Verhältnis, zu einer unangestrengten Liebe.
Herta Müller, Aus: Der König verneigt sich und tötet. Carl Hanser Verlag, München Wien   2003

Dafür entpuppten sich die Italiener aus dem italienischen Restaurant nebenan als Griechen. Nachdem sie den Laden übernommen hatten, waren sie zur Volkshochschule gegangen, um dort Italienisch zu lernen, erzählten sie mir . . .
Berlin ist eine geheimnisvolle Stadt . . .   Nichts ist hier echt, jeder ist er selbst und gleichzeitig ein anderer.
Wladimir Kaminer. Geschäftstarnungen   Aus: Russendisko, 1. Aufl. 2002. S. 97 ff