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Kultur als Lebensmittel

Mathias Énard. »Kompass« (2016) 
»Boussole« (2015)

Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller

HainfeldSchloss Hainfeld  bda.at

Die Rezeption dieses Romans bestätigt dessen Quintessenz: Es fand und findet ein steter Austausch zwischen Europa und dem sogenannten Orient statt:
Im Februar 2016 war in einer Glosse der österreichischen lachsfarbenen Tageszeitung zu lesen, dass in einem 2015 mit dem Prix Goncourt ausgezeichneten französischen Roman die Hauptfigur in einem Wiener Kaffeehaus ebendiese Zeitung lese. Sein Teint korrespondiere mit deren Farbe. Thema und Tonfall machten neugierig.
Ab August lag die Übersetzung ins Deutsche vor und die Lektüre übertraf alle Erwartungen.
Das Zitat aus „Die Winterreise“ als „Intro“ lässt das Grundmotiv erahnen:
Die Augen schließ’ ich wieder,
Noch schlägt das Herz so warm.
Wann grünt ihr Blätter am Fenster?

Wann halt’ ich mein Liebchen im Arm?
Gemeinsam mit dem Wiener Musikwissenschaftler und Orientalisten Franz Ritter lassen wir uns Stunde um Stunde durch eine schlaflose Nacht treiben. Per Post (!) hat er aus Borneo den Vorabdruck eines wissenschaftlichen Artikels erhalten. Er stammt von Sarah, der schönen französischen Orientalistin, die er vor ungefähr 20 Jahren bei einem Kolloquium internationaler Fachleute im steirischen Schloss Hainfeld kennen gelernt hat.  (Dort wohnte ab 1835 der bedeutende Forscher und Übersetzer Joseph von Hammer-Purgstall– er beeinflusste u.a.Goethe und Rückert; dessen „Kindertotenlieder“ wurden auch von Gustav Mahler vertont und ziehen sich als weiterer roter Faden durch den Roman.)
Auf atmosphärische Erinnerungen an weitere, nicht immer beglückende Begegnungen mit Sarah in Istanbul, Damaskus, Aleppo, Palmyra, Paris und Wien folgen kenntnisreiche Exkurse über die mannigfachen gegenseitigen Einflüsse zwischen Orient und Okzident in Kunst und Kultur. (Der gelehrte Gedankenaustausch nennt zahllose Beispiele  aus Musik, Literatur und Malerei. Bei ihrem letzten Wienbesuch entzündete sich die Debatte an Hofmannsthals These von Wien als „Porta Orientalis“.)
Die Sehnsucht und Sinnsuche der Europäer im Orient wird anhand einiger Anekdoten durchaus ironisch beschrieben. Sarah ist neben ihrer Begeisterung für die altpersische Literatur fasziniert von der Schweizer Weltreisenden  Annemarie Schwarzenbach, die im frühen 20. Jahrhundert ebenso auf der Suche war wie sie selbst. (Ihrem langjährigen Vertrauten Franz Ritter hat sie vor Jahren in neckischer Anspielung einen Kompass geschenkt, auf dessen magnetische Nadel im rechten Winkel eine zweite befestigt ist: Sie zeigt nach Osten!)

Geradezu exstatische Freude bereitet ihr Franz, als er ihr den Link zu einem bosnischen Liebeslied in der Tradition der Sevdalinka zusendet. Dessen Text führt zu Heinrich Heines Gedicht „Der Asra“ zurück.
Allein dieses Beispiels wegen lohnt die Lektüre dieses vielschichtigen Romans.
Als  die ersten Vögel zu hören sind und Franz aufsteht, trifft ein Mail ein . . .

Interview: http://derstandard.at/2000043756286/
Mathias-Enard-Immer-gibt-es-einen-Orient

TV-Interview: https://www.zdf.de/kultur/aspekte/mathias-enards-orient-roman-kompass-102.html

Leseprobe: https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/kompass/978-3-446-25315-5/

http://www.deutschlandfunk.de/mathias-enard-kompass-roman-einer-schlaflosen-nacht.700.de.html?dram:article_id=368714

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Asra

 

Sprache & Identität

nua ka schmoez ned how e xogt!
nua ka schmoez . .
aus:
h.c. artmann: med ana schwoazzn dintn. salzburg. 1958. s 7

Es tut keiner Muttersprache weh, wenn ihre Zufälligkeiten im Geschau anderer Sprachen sichtbar werden. Im Gegenteil, die eigene Sprache vor die Augen einer anderen zu halten, führt zu einem durch und durch beglaubigten Verhältnis, zu einer unangestrengten Liebe.
Herta Müller, Aus: Der König verneigt sich und tötet. Carl Hanser Verlag, München Wien   2003

Dafür entpuppten sich die Italiener aus dem italienischen Restaurant nebenan als Griechen. Nachdem sie den Laden übernommen hatten, waren sie zur Volkshochschule gegangen, um dort Italienisch zu lernen, erzählten sie mir . . .
Berlin ist eine geheimnisvolle Stadt . . .   Nichts ist hier echt, jeder ist er selbst und gleichzeitig ein anderer.
Wladimir Kaminer. Geschäftstarnungen   Aus: Russendisko, 1. Aufl. 2002. S. 97 ff